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  • Marie-Christine

Hochzeitskerze

Aktualisiert: 27. Nov 2020

Die Hochzeitskerze ist quasi der Klassiker unter den symbolischen Handlungen (Ritualen) einer freien Trauung, in denen Feuer zum Einsatz kommt. Ursprünglich aus der kirchlichen Liturgie entlehnt, erfreut sich die Hochzeitskerze auch bei freien Trauungen großer Beliebtheit.


An der Hochzeitskerze scheiden sich, ähnlich dem Sandritual, die Geister von uns Traurednern. Ich bin was die Ritualauswahl meiner Brautpaare angeht immer offen. Zunächst höre ich mir ihre Geschichte an und versuche zu verstehen, was sie verbindet, was ihre Beziehung trägt, definiert und wer die Menschen vor mir sind. Was hat sie geprägt und wie ist ihre Persönlichkeit. Was für Vorstellungen haben sie von ihrer freien Trauung und gibt es besondere Wünsche. Danach mache ich Vorschläge zu symbolischen Handlungen, die meiner Meinung nach zu ihnen passen könnten. Natürlich sind symbolische Handlungen, oder Rituale, wenn euch der Begriff lieber ist, kein Muss. Sie können eure freie Trauung jedoch sinnvoll ergänzen, weswegen es mir ein Anliegen ist euch bestmöglich zu beraten, auf dass euch ein Licht aufgeht.

Nach dieser phänomenalen Überleitung nun also zu unsere Grand Dame der Stunde: der Hochzeitskerze.

Brauchtum

Den einen und richtigen Ursprung der Hochzeitskerze -oder auch Traukerze/ Brautlicht- gibt es de facto nicht. Tatsächlich spielen Kerzen und ihr damit verbundenes Kerzenfeuer in vielen Kulturen eine große Rolle.

Seit es Menschen gibt haben wir Ehrfurcht vor dem Licht/Feuer. Feuer bedeutet Leben aber auch Vernichtung und so wundert es nicht, dass wir Menschen bereits in grauer Vorzeit die Sonne, den Mond oder eben das Feuer angebet haben. Denkt mal an die alten Ägypter, die ihren Sonnengott Ra angebetet haben. Der war für sie der Größte. Auch die alten Griechen haben sich morgens gen Osten der aufgehenden Sonne zugewendet und den neuen Tag begrüßt, glücklich darüber, dass die Sonne wiederauftauchte. Licht ist Macht, ist etwas Göttliches. Viele unserer abendländischen, frühchristlichen und mittelalterlichen Kirchen sind gen Osten ausgerichtet. Ja, sowas lernt man als Kunstgeschichtsstudentin. Daher weiß ich auch zu berichten, dass in diesen Kirchen der Altar immer im Osten des Kirchenschiffs zu finden ist. Dem Ort, an dem die christlichen Riten durchgeführt werden, dem Ort auf den die ersten Sonnenstrahlen des Tages fallen.

Der Sonnenaufgang wird gerne als Symbol für die Auferstehung Christi interpretiert. Ihr merkt es, wir sind mitten in der christlichen Religion angekommen und somit ist es nur ein kleiner Schritt zu unserer Hauptdarstellerin, der Kerze.

"Ich bin das Licht der Welt. Wer an mich glaubt wird nicht wandeln in der Finsternis." (Johannes 8, 12)

Kerzen können im kirchlichen Kontext als Zeichen für Gottes Licht, interpretiert werden. Aus dieser Haltung heraus entwickelte sich in unserer Kultur im Mittelalter die Hochzeitskerze.

Gebete, Glück und Segen des Brautpaares sollten dem Himmel nähergebracht und böse Geister durch die Helligkeit des Lichts vertrieben werden. Die Hochzeitskerze gilt als ein Symbol der Liebe, Helligkeit und Wärme.

Nach diesen wunderbaren Darlegungen zu Symbolik und der Herkunft der Kerze, wenden wir uns nun aber den FAQ rund um die Hochzeitskerze zu.


Fragen rund um die Hochzeitskerze

Wo wird die Hochzeitskerze eingesetzt?

Bevor die Hochzeitskerze Einzug in die freien Trauungen gehalten hat, war ihr Einsatzgebiet ausschließlich bei katholischen Hochzeiten. Auch wenn bei den Protestanten mehr das Wort im Vordergrund steht, denn rituelle Handlungen, so erfreut sich die Hochzeitskerze mittlerweile auch bei ihnen großer Beliebtheit. Von hier aus war es nur ein kleiner Sprung zur Übernahme dieses Ritus in die freien Trauungen. Für diejenigen die sich fragen, ob die Hochzeitskerze auch im Standesamt eingesetzt werden kann: das hängt von eurem Standesbeamten ab.


Eignet sich die Hochzeitskerze als Geschenk?

Es gibt tatsächlich den alten Brauch, dass dem Hochzeitspaar zur Hochzeit eine Kerze geschenkt wird. Ursprünglich war es wohl so, dass die Kirche dem Paar die Kerze schenkte, was im Kontext der christlichen Trauung und Symbolik definitiv eine schöne Geste war. Mir ist allerdings keine Gemeinde bekannt, die das heute noch praktiziert. Dennoch ist das Schenken der Hochzeitskerze eine schöne Idee. Hier können Familien oder Freunde des Brautpaares in Aktion treten und auch im Anschluss in die Trauzeremonie eingebunden werden, in dem sie euch mitteilen, welche guten Wünsche sie euch mit der Kerze auf den Weg geben wollen. So lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.


Wie soll die Hochzeitskerze aussehen?

Für die Gestaltung eurer ganz persönlichen Hochzeitskerze gibt es keinerlei Vorgaben. Erlaubt ist was gefällt. Tatsächlich entscheiden sich viele Paare, ihre Vornamen, das Hochzeitsdatum oder ein Hochzeitslogo aufdrucken zu lassen. Je nachdem, wie der Kerze eingesetzt werden soll und welcher Text hierzu vorgelesen wird, können auch persönliche Dinge in die Gestaltung der Kerze eingearbeitet werden. Beispielsweise die Kinoeintrittskarte von eurem ersten Date, ein Schmuckstück aus Familienbesitz, das mit einem Band an der Kerze befestigt wird etc. Eurer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Wenn ihr nicht wisst, wo ihr eine Hochzeitskerze herbekommen sollt - im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter, die für jeden Geschmack das Richtige in petto haben.


Was kostet eine Hochzeitskerze?

Die Kosten einer Hochzeitskerze sind von diversen Faktoren abhängig. Wollt ihr selber dekorieren und haltet die Kerze eher schlicht mit einem günstigen Rohling als Basis, so kommt ihr sicher zwischen fünf und zehn Euros raus. Lasst ihr dekorieren und individualisieren, so kann eine Hochzeitskerze durchaus zwischen fünfzig und einhundert Euro kosten.


Wer trägt die Hochzeitskerze?

Auch hierfür gibt es keinen festgelegten Ablauf. Ihr entscheidet, ob ein Familienmitglied, ein Trauzeuge oder doch ein Blumenkind (falls ihr welche habt) die Hochzeitskerze beim Einzug die Kerze nach vorne zum Trautisch trägt. Natürlich ist es auch möglich, dass ihr die Kerze bereits vorne auf dem Trautisch stehen habt. Das übernehme ich gerne für euch.

An dieser Stelle ein heißer Tipp: Ein Windlicht beugt dem Erlöschen der Kerze vor. Gerade bei einer Trauung im Freien macht das Sinn.Denkt also bei eurer Planung daran oder beauftragt jemanden damit eines zu beschaffen.


Wann wird die Hochzeitskerze entzündet?

In der kirchlichen Liturgie steht die Kerze auf dem Altar und wird traditionell vom Brautpaar nach der Predigt entzündet.

Bei einer freien Trauung kann dieser Zeitpunkt völlig frei gewählt werden. Ich bin ein Befürworter davon die Kerze entweder gleich zu Beginn der Trauzeremonie einzubauen und von dort aus in die Geschichte meiner Brautpaare einzutauchen, oder direkt danach- bevor wir zum Höhepunkt der Zeremonie kommen: dem Ja-Wort.

Manchmal mag das Brautpaar die Kerze selber entzünden, viele lassen dies durch die Trauzeugen geschehen. Mein Favorit ist die Variante in der eure Eltern für euch die Hochzeitskerze entzünden. Eine wunderbare Möglichkeit sie in eure Trauung einzubeziehen. Ich bin ein Fan davon diesen Moment mit einem schönen und passenden Gedicht oder Text zu unterstreichen. Da es so wunderbare Alternativen an Texten gibt, muss es nicht das nette, wenngleich auch abgedroschene Gedicht "Eure Hochzeitskerze spricht" sein. Aber hey, erlaubt ist was euch gefällt.


Tipp:

Gerade bei Trauungen am Abend oder im Winter kommen Rituale mit Feuer besonders schön zur Geltung. Zudem gibt es dann wunderbare Möglichkeiten die Hochzeitskerze im weiteren Verlauf der Feier einzusetzen. Verteilt vor der Trauung zum Beispiel zusätzlich kleine Kerzen und gebt das Licht der Hochzeitskerze an eure Hochzeitsgäste weiter. Ein wahres Lichtermeer wird eure Trauung begleiten und eure Gäste haben eine schöne Erinnerung zum mit nach Hause nehmen.


Was geschieht mit dem Brautlicht nach der Zeremonie?

Traditionell findet die Kerze nach der Zeremonie ihren Platz auf dem Tisch des Brautpaares. Das Brautpaar darf die Kerze künftig immer zum Hochzeitstag oder anderen besonderen Anlässen bzw. nach einem Streit anzünden. Hintergrund ist der, dass sie sich dann an ihren Hochzeitstag und die dort gemachten Versprechen und glücklichen Momente erinnern sollen.


ZU DIR SAGE ICH JA


Ihr seid Feuer und Flamme?

Ihr träumt von einer freien Trauung und einer Zeremonie, die ganz persönlich und individuell für euch und eure Liebesgeschichte entwickelt wird?

Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt:

Schreibt mir.

Ich freue mich auf eure Nachricht und bin gespannt auf eure Love Tale.


Eure

Marie-Christine

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