Gestaltung einer freien Trauung

Aktualisiert: 21. Sept.
Ideen zum Ablauf
Die freie Trauung bietet euch ziemlich viele Möglichkeiten, „JA“ zueinander zu sagen. So viel Freiheit ist wunderbar – sie führt allerdings irgendwann zu der Frage: Wie läuft so eine freie Trauung eigentlich ab?
Tja. Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt nicht DEN Ablauf einer freien Trauung.
Theoretisch könntet ihr euch beim Fallschirmsprung das Ja-Wort zurufen oder unter Wasser heiraten. Die meisten meiner Brautpaare entscheiden sich dann doch für eine Variante, bei der alle Beteiligten festen Boden unter den Füßen haben.
Trotz aller Freiheit tut einer Trauung ein gewisser Rahmen gut. Schließlich soll sich eure Zeremonie nicht wie eine lose Aneinanderreihung von Programmpunkten anfühlen. Genau dafür bin ich als Traurednerin auch da. Wir überlegen gemeinsam, was zu euch passt, in welcher Reihenfolge es sich gut anfühlt und was wir getrost weglassen können.
Wie das aussehen könnte? Zum Beispiel so:
Einzug
Der Einzug gehört für mich zu den besonderen Momenten einer Trauung. Plötzlich wird es ruhig, die Musik beginnt und allen ist klar: Jetzt geht es wirklich los.
Klassisch wartet einer von euch vorne, während der andere einzieht. Vielleicht begleitet vom Vater, der Mutter oder einem anderen Herzensmenschen.
Ihr könnt natürlich genauso gut gemeinsam einziehen. Eure Trauzeugen können vor euch kommen, die Kinder dürfen Blumen streuen oder ihr macht aus dem Einzug etwas völlig Eigenes.
Wer sagt eigentlich, dass eine Braut zwingend von ihrem Vater zu einem wartenden Bräutigam geführt werden muss?
Wie groß ihr euren Einzug inszeniert, hängt von euch ab. Die passende Musik spielt dabei eine ziemlich große Rolle. Dazu habe ich einen eigenen Beitrag geschrieben: Musik bei der freien Trauung.

Begrüßung
Wenn alle angekommen sind, begrüße ich euch und eure Gäste und stelle mich kurz vor.
Keine Sorge: Daraus wird keine zehnminütige Vorrede über mich. Die Menschen sind schließlich wegen euch da.
Danach steigen wir in eure Zeremonie ein.
Lesung
Nein. Eine Lesung kann wunderschön sein, wenn es einen Text gibt, der wirklich etwas mit euch zu tun hat. Vielleicht möchte ein Mensch, der euch nahesteht, etwas vorlesen. Vielleicht finde ich einen Text, der wunderbar zu eurer Geschichte passt.
Falls ihr mit Lesungen überhaupt nichts anfangen könnt, lassen wir sie weg.
An dieser Stelle kann genauso gut Musik stehen oder etwas ganz anderes passieren. Ein Programmpunkt braucht bei mir keine Existenzberechtigung, nur weil er bei Hochzeiten häufig vorkommt.
Musikstück
Musik kann innerhalb weniger Sekunden eine Stimmung verändern. Deshalb überlegen wir ziemlich genau, wo sie innerhalb eurer Trauung Sinn ergibt.
Vielleicht gibt es ein Lied, das seit Jahren zu euch gehört. Vielleicht habt ihr Musiker vor Ort. Vielleicht entdeckt ihr bei der Vorbereitung ein Stück, bei dem ihr beide sofort wisst: Das ist es.
Mehr Musik bedeutet übrigens nicht automatisch mehr Gefühl. Wenn alle fünf Minuten jemand zur Gitarre greift, kommt irgendwann auch die schönste Zeremonie nicht mehr richtig vom Fleck.
Das Herzstück der freien Trauung: die Hochzeitsrede
Jetzt wird es persönlich.
In meiner Traurede geht es um euch und eure Love Tale. Dabei interessiert mich nicht nur die chronologische Abfolge von Kennenlernen, erstem Kuss und Heiratsantrag.
Ich möchte wissen, was euch als Paar ausmacht.
Welche Geschichten gehören zu euch? Was habt ihr miteinander erlebt? Was bringt euch zum Lachen? Welche kleinen Eigenheiten des anderen habt ihr inzwischen akzeptiert – mehr oder weniger freiwillig?
Genau darüber sprechen wir vorher ausführlich in unserem Traugespräch.
Wir klären auch, was ich erzählen darf und was besser unter uns bleibt. Eine persönliche Traurede darf überraschen. Sie soll euch allerdings nicht vor versammelter Mannschaft in Situationen bringen, in denen ihr am liebsten unter euren Stühlen verschwinden würdet.
Eure Traurede schreibe ich selbst. Keine Vorlage, in die Namen eingesetzt werden, keine KI, die aus euren privaten Geschichten einen Hochzeitstext generiert.
Bei meinen Trauungen darf übrigens gelacht werden. Sehr gerne sogar. Tränen sind ebenfalls erlaubt. Gejohlt wurde auch schon.
Die Trauzeremonie - euer Stil "JA" zu sagen
Irgendwann kommen wir zu dem Moment, wegen dem wir alle da sind: Ihr sagt „JA“ zueinander.
Wie dieser Teil aussieht, entscheiden wir gemeinsam.
Vielleicht möchtet ihr euch ein selbst geschriebenes Eheversprechen geben. Ich finde das großartig, weiß aber auch, dass allein der Gedanke daran bei manchen Menschen akuten Fluchtreflex auslöst. Niemand muss vor 80 Gästen einen Liebesbrief vorlesen, um überzeugend verheiratet zu sein.
Eine Traufrage funktioniert genauso.
Trauritual – wenn es zu euch passt
Ein Trauritual kann einen Moment sichtbar machen, für den Worte allein manchmal nicht reichen. Es kann außerdem eine schöne Möglichkeit sein, Kinder, Familie oder Freunde in die Zeremonie einzubeziehen.
Es ist allerdings kein Pflichtprogramm. Wenn ihr Lust darauf habt, suchen wir etwas, das zu euch passt. Vielleicht ein Sandritual, ein Handfasting oder ein Feuerritual. Vielleicht entwickeln wir eine ganz andere Idee.
Falls ihr beim Gedanken an Hochzeitsrituale innerlich bereits die Augen verdreht, lassen wir es einfach.
Ringtausch und Ja-Wort
Genau genommen ist auch der Ringtausch ein Ritual. Eure Ringe sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass ihr euch miteinander verbunden habt.
Viele Paare möchten ihre Ringe bei der freien Trauung noch einmal tauschen, auch wenn sie das bereits beim Standesamt getan haben. Das könnt ihr selbstverständlich machen.
Der Ringtausch kann ganz still stattfinden, mit ein paar persönlichen Worten verbunden werden oder direkt auf euer Eheversprechen beziehungsweise die Traufrage folgen.
Irgendwann kommt dann das „JA“.
Der Kuss darf natürlich auch nicht fehlen. Zumindest, wenn ihr möchtet. Ich kontrolliere das nicht.
Musikstück
Nun seid ihr Mann und Frau und dieser veränderte Status gehört durch ein entsprechendes Musikstück untermalt. Findet ihr nicht?!

Glückwünsche und Beiträge eurer Herzensmenschen
Familie und Freunde können innerhalb einer freien Trauung eine wunderbare Rolle spielen.
Vielleicht möchte jemand ein paar Worte an euch richten. Vielleicht gibt es gute Wünsche oder eine Überraschung, von der einer von euch tatsächlich nichts weiß.
Wie viel Raum andere Menschen innerhalb eurer Zeremonie bekommen, legen wir vorher gemeinsam fest. Schließlich bleibt es eure Trauung.
Verabschiedung
Irgendwann muss selbst die schönste Trauung enden.
Bevor ich euch ins Eheleben entlasse, bekommen eure Gäste bei Bedarf noch die wichtigsten Informationen darüber, wie es anschließend weitergeht. Wo gibt es den Sektempfang? Was passiert als Nächstes? Müssen alle irgendwohin umziehen?
Falls das längst hervorragend organisiert und ausgeschildert ist, spare ich mir die Verkehrsdurchsage.
Der Auszug - erste Schritte in euer Eheleben
Beim Auszug darf es gerne noch einmal richtig schön werden.
Musik funktioniert fast immer. Blumenblätter können wunderbar aussehen, sofern eure Location sie erlaubt. Seifenblasen sehen auf Fotos toll aus, können allerdings auf empfindlichen Stoffen Flecken hinterlassen.
Wedding Wands mit kleinen Glöckchen sind ebenfalls eine Möglichkeit. Eure Gäste können sie beim Kuss oder beim Auszug läuten und ihr müsst hinterher weder Konfetti aus dem Rasen pulen noch Geldscheine einsammeln.
Was davon zu euch passt, entscheiden wir gemeinsam.
Muss unsere freie Trauung genau so ablaufen?
Natürlich nicht.
Dieser Ablauf ist ein Beispiel. Vielleicht übernehmen wir einiges davon, vielleicht bauen wir eure Zeremonie ganz anders auf.
Ihr entscheidet, was euch wichtig ist. Meine Aufgabe ist es, daraus einen Ablauf zu entwickeln, der sich stimmig anfühlt und bei dem ihr nicht während der Trauung überlegen müsst, was jetzt eigentlich als Nächstes passiert.
Vor eurer Hochzeit bekommt ihr von mir einen Ablaufplan. Die Menschen, die an der Zeremonie beteiligt sind, wissen damit ebenfalls, wann sie gebraucht werden. Musiker und Fotografen können sich entsprechend vorbereiten.
Ihr dagegen habt an diesem Tag nur eine wesentliche Aufgabe:
Heiraten.
Schatzi, lass uns heiraten!
Ihr plant gerade eure Hochzeit und eine freie Trauung ist genau das, was ihr euch vorstellt? Dann schreibt mir und erzählt mir, wann und wo ihr heiraten möchtet.
Ich freue mich auf euch und eure Love Tale.
xx, Marie-Christine




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